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Wie stelle ich fest ob mein Kind einen vorzeitigen Verschluß einer Schädelnaht (prämature Kraniosynostose) hat?
Schon in der Schwangerschaft können bestimmte Verformungen des Schädels im Ultraschall erkannt werden. Die meisten vorzeitigen Nahtverschlüsse werden aber erst nach Geburt festgestellt. Ein Verdacht liegt dann vor, wenn ein Säugling Asymmetrien der Schädelform oder auch der Augenhöhlen aufweist. Da in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt das Gehirn besonders stark wächst und damit sich der Schädel ausdehnt, werden manchmal erst in dieser Zeit die Verformungen auffällig. Vor einigen Jahren wurde in einer Studie festgestellt, daß der plötzliche Kindstod statistisch gehäuft mit Bauchlage des Säuglings auftrat. Seitdem werden die Kinder vermehrt auf dem Rücken gelagert. Dadurch kommt es zu einer Häufung lagerungsbedingter Abflachungen des Hinterkopfes. Diese Verformung wird als lagerungsbedingter hinterer Schiefschädel (positionaler okzipitaler Plagiozephalus) bezeichnet und korrigiert sich normalerweise spontan mit Unterstützung von speziellen Lagerungsmaßnahmen in wenigen Monaten, spätestens wenn die Kinder die Lage ihres Kopfes selbst verändern können. Nur selten sind diese Verformungen so stark ausgeprägt, daß auch hier operative Korrekturen notwendig werden können.
Welche Untersuchungen sind notwendig?
Falls eine Verformung des knöchernen Schädels besteht, sollten zumindest Röntgenaufnahmen des Kopfes angefertigt werden oder besser eine dreidimensionale Darstellung eines Computertomograms. Anhand dieser Untersuchungen kann in den überwiegenden Fällen der Grund für die Verformung festgestellt und die Diagnose gesichert werden. Da Kopfverfomungen teils im Rahmen von Syndromen zu finden sind, sollte immer eine weitreichende Abklärung von Veränderungen innerer Organe vorgenommen werden. Besonders Herzfehler und Gehirnfehlbildungen sind mögliche Erkrankungen, die in Kombination auftreten können. Neben internistischer und neurologischer Befundung empfehlen wir regelmäßige Augenuntersuchungen, da ein erhöhter Hirndruck im Augenhintergrund frühzeitig festgestellt werden kann. Zusätzlich sind HNO- Untersuchungen angezeigt, da auch Innenohrfehlanlagen möglich sind.
Wie lange dauert der Aufenthalt im Krankenhaus bei einer operativen Korrektur?
Bei einfachen Nahtverschlüssen und unkompliziertem Verlauf einschließlich der Voruntersuchungen sind ca. 3 Wochen die Regel. Bei komplizierteren Fällen oder Eintreten von Komplikationen wird sich der Aufenthalt entsprechend verlängern.
Ist die Operation gefährlich?
Je nach Erkrankung und Ausbildung der Deformierung sind vielerei Risiken und Komplikationen denkbar. Durch den direkten Kontakt zum Gehirn, dem Auge, durch möglichen Blutverlust und potentielle Infektionsrisiken ist die Operation nicht ungefährlich, im Extremfall kann sie auch schwerwiegende Folgen haben. Aus diesem Grund muß in jedem einzelnen Fall der Nutzen einer Korrekt dem Risiko gegenübergestellt werden, das nur in einer persönlichen Beratung geklärt werden kann.
Wie lange dauert die Operation?
Je nach Verformung des Schädels sind Operationszeiten zwischen 4 und 6 Stunden möglich. Hierzu kommt noch die Zeit, die das Kind braucht um aus der Narkose aufzuwachen.
Muß mein Kind Antibiotika nehmen?
Wegen der Größe und Dauer des Eingriffs wird zumindest in der Akutphase nach der Operation eine Antibiotikaprophylaxe durchgeführt.
Welche Nachsorgeuntersuchungen sind nötig?
Im ersten Jahr nach einer Korrektur sollten regelmäßige Kinderärztliche-, Augenärztliche-, HNO-und Neurologische Untersuchungen durchgeführt werden, um eventuelle Störungen rechtzeitig zu erkennen und deren Ursachen möglichst beseitigen zu können. Wir führen routinemäßig ca. ein Jahr nach Erstoperation computertomographische Kontrollen durch. Weitere Kontrollen sind je nach Befund erforderlich.
Sind weitere Operationen nötig?
Falls die Korrektur der Verformung eine Stabilisierung der remodellierten Anteile mit Metallplatten erfordert, müßten diese nach 6 bis 10 Wochen entfernt werden. Damit in diesen Wochen die Metallplatten nicht das Wachstum des Schädels behindern, verwenden wir dynamische Miniplatten, die durch ein Gelenk eine Beweglichkeit in zwei Ebenen ermöglichen. In seltenen Fällen müssen weitere operative Korrekurmaßnahmen, wie z.B. den operativen Verschluss von Knochenlücken, eingeplant werden.
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