Entstehung des Kraniofazialen Zentrums in München

Dr. Tessier aus Paris revolutionierte in den 60 Jahren mit bahnbrechenden Arbeiten die kraniofaziale Chirurgie.
Von Beginn an beobachteten Professor W. Mühlbauer aus München und Professor Anderlaus Innsbruck die Entwicklungen in Paris und begannen nach ausgedehnten Studienreisen in Frankreich, Schottland, USA und Mexiko in einer interdisziplinären, transalpinen Arbeitsgruppe die kraniofaziale Chirurgie in Deutschland und Österreich einzuführen. Die Methoden von Dr. Tessier wurden durch Prof. Mühlbauer, Prof. Anderl und Prof. Marchac aus Paris durch Innovation und steigende Erfahrungen in den folgenden Jahren weiterentwickelt.
Diese Pioniere revolutionierten weltweit die Behan durch Senkung des Operationszeitpunktes: Hatte Dr. Tessier noch vorwiegend ausgewachsene Patienten operiert, nutzen Sie die Plastizität und formende Kraft des wachsenden Gehirns aus und verlegten den idealen Zeitpunkt der Operation auf den 6. Lebensmonat.

Eine Voraussetzung für die Entstehung der kraniofazialen Chirurgie in München erforderte aber das Zusammenspiel vieler Fachdisziplinen, um optimale Ergebnisse mit geringer Komplikationsrate zu erzielen. Besonders der enge Kontakt zwischen plastischen Chirurgen und Kinderchirurgen waren durch den frühen Behandlungszeitpunkt notwendig. Deshalb wurde in den 80er Jahren zwischen den Abteilungen für Plastische Chirurgie des Krankenhauses München Bogenhausen unter Leitung von Professor Mühlbauer und der Abteilung für Kinderchirurgie des Krankenhauses München-Schwabing unter der Leitung von Professor Höpner die "Arbeitsgemeinschaft Kraniofaziale Chirurgie" gegründet. Dadurch wurde in München die Voraussetzung für eine umfassende Betreuung der Kinder, über die einzelnen Fachdisziplinen hinaus, gewährleistet.

Die wachsende Erfahrung und Entwicklung der Operationstechniken wurden in den verschiedenen Abteilungen an einzelne Oberärzte übertragen, die wiederum an der Weiterentwicklung und Optimierung der Behandlung der Patienten mitwirkten. In der Abteilung Plastische Chirurgie im Krankenhaus München Bogenhausen wurde die entstandene Spezialisierung in der Folge an Dr. Peter Ramatschi, Dr. Andreas Schmidt, Dr. Jeffrey Fairley, Dr. Hans-Hermann Wörl und Dr. Steven von Gernet weitergegeben.

Auch als Professor Mühlbauer im Jahr 2003 seine Tätigkeit in Bogenhausen aufgab, übernahm der Nachfolger Professor Ninkovic die funktionierende Arbeitsgemeinschaft zwischen den Kliniken Schwabing und Bogenhausen und seitdem kann Dr. von Gernet das Lebenswerk von Professor Mühlbauer weiterführen.

  
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