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Der "schnellende Finger" (digitus saltans) ist eine Erkrankung , bei der die Beugesehnen eines Fingers verdickt sind und dadurch nicht mehr frei durch die Ringbänder (A1-Ringband) gleiten. Die Ringbänder führen die Sehnen an den Fingerknochen entlang und über die Gelenke. Durch die Gleitbehinderung der Sehnen durch die verdickten Sehnenscheiden kommt es zu dem 'Schnappphänomen' des Fingers beim Beugen, beim Strecken muss oft nachgeholfen werden.
Die Diagnose ergibt sich in der Regel durch die Beschwerden der Patienten und kann durch einfache Untersuchung festgestellt werden. Man tastet kleine Knoten auf der Sehne, die teilweise auch schmerzhaft sein können. Ergänzend können Röntgenaufnahmen, eine Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) und in seltenen Fällen eine Schichtuntersuchung durchgeführt werden.
Die Therapie ist eine operativer Eingriff, bei dem in örtlicher Betäubung das Ringband vorsichtig unter Schonung der parallel zu der Sehnenscheide verlaufenden Blutgefäße und Nerven durchtrennt wird. Die freie Fingerbeweglichkeit ist danach gleich wieder hergestellt.
Bei Kleinkindern kommt eine angeborene Variante dieser Erkrankung am Daumen vor, die Pollex flexus congenitus (angeborener gekrümmter Daumen). Bei dieser seltenen Erkrankung steht der Daumen am Endglied in Beugestellung.
Geschwulste der Sehnen, des Bindegewebes oder des Knochens sind als Ursache sehr selten.
Risiken Das Risiko der Betäubung und der Operation kann als gering gelten. Als allgemeine Risiken gelten Störungen der Wundheilung, Infektionen, Nachblutung, die Gefahr der Verletzung umgebender Strukturen wie von Nerven oder Gefäßen, Gefühlsstörungen, Durchblutungsstörungen und Beweglichkeitseinschränkungen der Hand. Zweitoperationen können erforderlich werden. Sollte es zu Verletzungen von Nerven oder Blutgefäßen kommen, so ist es möglich, das verletzte Gefäß oder den verletzten Nerven mikrochirurgisch zu rekonstruieren.
Vorbereitung der Operation Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen (wie Aspirin (ASS), Kombinationspräparate mit Acetylsalicylsäure, Plavix oder Markumar) müssen vor der Operation abgesetzt werden. Dies muss vorher immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Gelegentlich muss zur Überbrückung Heparin gespritzt werden.
Nachbehandlung Die korrekte Nachbehandlung ist hier neben der Operation ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg! Der Fortgang der Wundheilung und der Erfolg der Krankengymnastik wird durch den Operateur überwacht. Es sind deswegen regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich. Die Hand wird verbunden werden, bis die Wunden geschlossen sind. Grundsätzlich sollten nach handchirurgischen Eingriffen der Arm hochgelagert werden, um einer möglichen Anschwellung entgegenzuwirken. Die Fäden werden etwa zwei Wochen nach der Operation entfernt. Eine krankengymnastische Übungsbehandlung, falls nötig, beginnt in der Regel etwa am 5. Tag nach der Operation und wird ambulant durchgeführt. Hier ist es wichtig ist, dass die Krankengymnastik von spezialisierten Krankengymnasten durchgeführt. Die erforderliche Dauer der krankengymnastischen Übungsbehandlung variiert stark. Nach Entfernen des Verbandes sind Handbäder in lauwarmem Wasser oder Kamillentee sinnvoll. Die operierte Hand wird schrittweise wieder an die normale tägliche Belastung herangeführt bis zur normalen Belastung, die je nach Erkrankung und Operation etwa nach zwei bis drei Wochen wieder erreicht werden kann.
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